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Aufstieg auf die More Ebene
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Vorbereitungen für die Königsetappe
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Am heutigen Tage mussten wir grundsätzlich auf zwei Eventualitäten vorbereitet sein: i) wir schaffen
die mit über 100 km längste Etappe mit der höchsten Erhebung zwischen Manali und Leh, oder
ii) wir müssen eine weitere Übernachtung vor dem Tanglang La hinnehmen. Die erste Variante beinhaltet
natürlich eine grosse Strapaze, bewegen wir uns doch in einer Höhenlage zwischen 4500 und 5400 m,
während die zweite Altenative bedeutet, dass wir Wasservorräte für zwei Tage mitzunehmen haben,
weil die Strecke zwischen Pang und Rumtse als wasserlos gilt. Da viele Unsicherheitsfaktoren mitspielten, z.B. Strassen-
und Windverhältnisse, wie auch die Wetterbedingungen, konnte erst unterwegs über die beiden
Alternativen entschieden werden.
Folgerichtig füllten wir am Fluss in Pang noch sämtliche unserer Wassersäcke und packten diese
zuoberst aufs Gepäck rauf, um sie dann bei günstigen Bedingungen wieder auszuleeren.
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Aufbruch am frühen Morgen
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Noch bevor wir richtig aufgestanden waren, wurde uns von den Wirtsleuten nebenan bereits warmer Tibet-Tee zum
Zelteingang gereicht. Nach dem Zusammenrämen und Aufpacken nahmen wir bei ihnen noch das Frück
ein und bezahlten auch noch alle unsere offenen Rechnungen vom gestrigen Abend.
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In einer Steilstufe von Pang auf die Hochebene
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Einige hundert Meter nach unserem Übernachtungsplatz passierten wir ein im Talgrund liegendes grösseres
Militärlager. Anschliessend verliessen wir das tief eingeschnittene Tal auf der in mehreren Kehren am Hang
hochführenden Strasse und erreichten nach ca. 7 km und 300 Höhenmetern den oberen Rand des
Cañons.
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Mit Rückenwind über die More Ebene
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Ein neuer Landschaftstyp
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Bis zum heutigen Tage waren wir durch Gebirgslandschaften gereist, welche geprägt waren durch tief eingeschnittene
Täler flankiert durch hohe Bergketten. Jetzt hatten wir es mit einem andern Typus zu tun. Zum ersten Mal hatten wir
eine Hochebene grösseren Ausmasses vor uns, aus welcher einzelne 5000er ragten, die aber lediglich als wie in der
Ebene eingelagerte Hügel erschienen. Durch die Niederschläge der letzten Nacht waren die Spitzen mit einer
leichten Decke von Neuschnee belegt, was einen tollen Kontrast zu den sonst eher ockerfarbenen Gesteinen abgab.
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Auf schneller Fahrt
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Die Strasse über die More Ebene ist mit einem Teerbelag von guter Qualität versehen und fällt auf den
nächsten 40Kilometern zudem leicht ab. Zu unserem Glück verspürten wir zudem noch Rückenwind.
Diese drei Faktoren zu Radlers Gunsten erlaubten uns ein schnelles Vorwärtskommen mit Geschwindigkeitsspitzen
bis zu 50 km/h.
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Nomaden mit Yaks
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Unterwegs auf der schnellen Fahrt kamen wir öfters an Zelten von Nomaden oder an ihren Herden von Schafen,
Ziegen oder Yaks vorbei. Die Nomaden, welche möglicherweise tibetischer Herkunft sind, ziehen Nutzen aus der
hier im Frühling wachsenden spärlichen Vegetation, um ihre Tiere zu ernähren.
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Aufstieg zur Passhöhe des Tanglang La
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Entschluss gefasst!
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Nach der Mittagszeit begann die Strasse wieder leicht zu steigen und wir legten eine Rast ein und beratschlagten, ob
wir es wagen wollten, den Pass noch zu erklimmen. Angesichts der guten Wetterbedingungen und der noch frühen
Nachmittagszeit, sollten wir das grosse Hindernis eingentlich problemlos schaffen, selbst im Falle einer nicht allzu
problematischen Panne. Wir füllten deshalb noch alle unsere Bidons, um dann den Rest des mitgeführten
Wassers neben die Strasse in den Graben zu kippen.
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Ein 20 Kilometer langer Aufstieg
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Bald einmal konnten wir vor uns die Strasse erkennen, wie sie sich dem Berg entlang zur Passhöhe wand. Dank
der guten Markierung mit Kilometersteinen am Strassenrand wussten wir jedoch, dass bis zum Kulminationspunkt noch
ziemlich genau 20 km zurückzulegen waren. Wir beschlossen, jeden 6. Kilometer eine kurze Rast einzulegen, um
zu Trinken und ein wenig von der indischen «Nestlé» Schokolade zu essen, welche uns noch
verblieben war.
Beim dritten und somit letzten Stop kurz vor der Passhöhe fuhr Nik ohne einen Halt einzulegen an mir vorbei,
um den höchsten Punkt unserer Reise als erster zu erreichen. Ich wartete noch auf Urs, welcher infolge seiner
Infektion den letzten Tagen jeweils die grössten Mühen von uns bekundete, bevor ich mich auch noch
auf den jetzt kurzen «Schlussspurt» zum Pass machte.
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Auf dem 5360 m hohen Pass
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Nach einer Rechtskurve um die Bergkuppe herum erreichten wir den Kulminationspunkt, welcher in Form eines
Strassenkreisels (sic!) um eine secheckige Pyramide auf einem Zylinder ausgestaltet war. Am Rande der Strasse eine
weitere Inschrift, welche folgendermassen lautete:
« You Are Passing Through Second Highest Pass of the World. Unbelievable, Is It Not? »
Unglaublich? In der Retroperspektive sicherlich etwas unglaublich, z.B. wenn man beim Skifahren auf dem 3300 m
hohen Corvatsch steht und daran denkt, dass hier noch gute 2000 Höhenmeter fehlen. Aber zum Zeitpunkt
unseres Aufenhaltes auf der Passhöhe war es uns wie selbstverständlich, die Vorbereitung und das
stetige und stufenweise Erklimmen der Höhenlagen in den vergangenen zwei Wochen trugen ihre Früchte:
Wir konnten den Aufenthalt in grosser Höhe ohne die geringsten Anzeichen von Höhenkrankheit
oder Sauerstoffmangel geniessen.
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Die «Adventure Tours»
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Kurz nach unserer Ankunft erreichte eine Gruppe von Touristen aus der andern Richtung mit ihren
geländegängigen Fahrzeugen ebenfalls die Passhöhe. Offensichtlich war ihre
Akklimatisierung nicht mit der unseren vergleichbar, waren sie doch recht gezeichnet und schienen in ihrer
Leistungsfähigkeit stark eingeschränkt. Wir jedenfalls ernteten recht erstaunte Blicke, als sie gewahr
wurden, dass wir diesen Höhepunkt aus eigener Kraft erreicht hatten. Dass die Fahrzeuge mit Adventure
Tours bezeichnet waren zeigte einfach auf, dass eine Reise schneller zum Abenteuer wird, wenn sie mit schlechter
Vorbereitung einhergeht.
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Abfahrt nach Rumtse
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Morastige Strassenabschnitte
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Wieder einmal mehr sollte sich unsere Erfahrung bestätigen, dass die Nordseiten der Pässe von
schlechterer Fahrqualität sind als deren Südseiten. Aufgrund der noch immer fortdauernden
Schneeschmelze war die Fahrbahn im oberen Teil der Abfahrt stark durchweicht, so dass viel Vorsicht beim
Steuern erforderlich war.
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Vorbei an Strassenbauequippen nach Rumtse
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Weiter gegen das Tal hin war die Strasse trocken, aber trotzdem von stark unterschiedlicher Qualität.
Zahlreiche Equippen von Arbeitern und Arbeiterinnen waren mit dem Ausbessern und zum Teil dem Nachbau
von ganzen Abschnitten beschäftigt.
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Ein Lagerplatz am Bach zwischen den Getreidefeldern
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In Rumtse hatten wir noch kurz, aber erfolglos Ausschau nach einer Unterkunft gehalten, dann in einer Imbissbude
an der Strasse eine Nudelsuppe gegessen, bevor wir uns enstschlossen, einen Platz zum Aufstellen des Zeltes zu
suchen. Ein geeigneter Ort fand sich am Ausgang des Ortes inmitten der Getreidefelder.
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